
Schock und Ehrfurcht | Podcast 20-2023
Wo die Federal Reserve den Schock besorgte, wird die Bank of Japan die Ehrfurcht lehren.
Somit kann einem der arme Retailer schon Leid tun. Da hat ihm einer der 1000 Kasper auf Youtube was vom MSCI World und performancestarken ETFs erzählt und dann kommt nur einmal der Jerome Powell um die Ecke. Und schon rutscht alles wieder gemeinsam ins Minus.
Dabei sei es doch diversifiziert, nach Wachstum und Robustheit sortiert und katalogisiert.... Was soll man sagen, wenn in 10 ETFs der immer gleiche Schrott verpackt ist, dann geht halt auch alles gleichmäßig über den Deister. Rosspisse wird ja auch nicht zu Rosenwasser, nur weil man es in Flaschen abfüllt.
Um an der Stelle den Retailer in Schutz zu nehmen, noch ärmer dran sind die sogenannten Experten einer Milliarden schweren Industrie. Denn dort, wo der Retailer zwangsläufig versagen muss, weil er es nie besser gelernt hat, rennen besagte Experten gerade mit wehenden Fahnen in ihr eigenes Verderben. Und anders als der Retailer, der es eben nicht besser weiß, müsste eben der Experte aufgrund seiner Profession, die er vorgibt zu besitzen, schon ganz genau erkannt und verstanden haben. Leider Fehlanzeige.
Anhand dessen, was hier frisch auf dem Schreibtisch gelandet ist, sind nur zwei Bewertungen zulässig:
- Die große Milliarden schwere Finanzindustrie ist unfähig, ihren eigenen Irrtum zu erkennen.
- Es ist noch viel schlimmer als befürchtet.
Federal Reserve: BINGO
Pausieren und den Falken kreisen lassen - Powell hat richtig entschieden. Gern geschehen.
Zwar ohne Zinsschritt, aber die Zielratenprojektion gleich im Verkündungsstatement hübsch angehoben. Taktisch, wie erläutert, der derzeitige Königsweg.
Na dann warten wir mal auf die Pressekonferenz, wo eifrige Fragesteller wieder von Anpassung der Mandatszielrate fantasieren oder dem finalen Peak der Zinsanhebungen.
Wünsche entspannten Abend.
Federal Reserve – der nächste Zug des J. Powell
Was gedenkt Federal Reserve Chef Jerome Powell zu tun? Hebt er weiter an oder belässt er es für heute bei eingestellten 5,5 % Leitzins?
So wenige Stunden vor dem Termin ist es selbst verständlich die Frage, die bewegt. Nur leider ist es für diesen Termin die falsche Fragestellung, wenn man zu einer Antwort gelangen möchte.
Die richtige Fragestellung für den Zinstermin der Fed lautet: Was benötigt die Bank of Japan?
Beim heutigen Termin ist Jerome Powell in einer hervorragenden Ausgangslage, alle Karten in der Hand zu haben.
EZB – Hoffnungslos verloren
Frau Null ökonomischer Sachverstand, Nachname Dummschwätz und bekanntermaßen Chefin der EZB hat zur Pressekonferenz zum heutigen Zinsentscheid geladen.
Die vollzogene erneute Anhebung von je 0,25% auf allen 3 Zinsschrauben selbstverständlich im Einklang mit dem, was realistischer Weise zu erwarten war. Auch wenn die Masse des Marktes es anders einschätzte. Dumm und Dumm gesellt sich eben gern.
Die Maßnahme auch im Einklang mit den gestern veröffentlichten US-Inflationsdaten, welche höher reinkamen, als erwartet. Obwohl sie schon im Vorfeld wesentlich höher erwartet wurden, als man es bei bisher anliegendem Anstiegstempo erwarten hätte können.
Wesentlich ausschlaggebender beim heutigen Entscheid, die Verkündungen, welche als Garnitur gereicht wurden. Und da kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Offenbar ist in der EZB die letzte intellektuelle Fähigkeit verloren gegangen, einfachste Durchschnitts- und Überschlagsrechnungen durchführen zu können.
Die EZB hebt das durchschnittliche Inflationsziel für 2023 auf 5,6% an (zuletzt 5,3%). Es bleibt das mathematische Rätsel, wie man auf diesen abenteuerlichen Wert in 2023 überhaupt noch hinkommen will? Die letzte Inflationsmessung für die Eurozone lautet 6,1 %
source: tradingeconomics.com
Selbst wenn die verbleibenden 5 Messwerte in Folge mit 5 %, 4 %, 3 % , 2% und für Dezember mit 1 % ausfallen würden - was sie nicht werden, kämen wir immer noch nicht auf diesen heute verkündeten Durchschnittswert. Und während die EZB von Zauberzahlen träumt, stürzt der Euro weiter ab - folgerichtig und marschiert das Öl weiter nach oben - nur mal so.
Diese Inflationsträumerei ist aber nicht der einzige Dummschwätz, der heute gereicht wurde. Und was da im Brustton der Überzeugung den Ohren der Märkte serviert wurde, offenbart nicht nur Notlage und strategische Überlegung der EZB, sondern auch den schwerwiegenden Fehler, welchen sie damit begeht und die Falle, welche sie sich eben selbst gebastelt hat.
Die Reaktionen des Marktes darauf überraschend folgerichtig - bis auf eine einzige Ausnahme. Aber was soll man sagen? Dummheit, wenn dein Name Lagarde ist, dann ist Frankfurt auch deine Burg.
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